Burgen, Weinbergterrassen und Fachwerkromantik

Die Mosel ist uralter Kulturraum, Wasserstraße und Landschaftsparadies. Wie ein glitzerndes Band schlängelt sich der Fluss aus Frankreich kommend unter unzähligen Windungen durch idyllische Landschaften bis zur Mündung in Koblenz.

Kloster Maria Laach

Die Benediktinerabtei Maria Laach liegt am Ufer des Laacher Sees in der Eifel. Die romanische Klosterkirche mit dem Grabmal des Stifters ist ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlicher Baukunst.

maria laachKloster Maria Laach: Religiöses Zentrum der Osteifel
Das Kloster Maria Laach liegt rund 12 km nördlich von Mayen in der Eifel. Die Abtei ist das religiöse Zentrum der Osteifel und wird noch heute von Mönchen des Benediktinerordens bewohnt. Nachdem die Geistlichen das Kloster im Rahmen der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlassen mussten, erfolgte die Wiederbesiedlung im Jahr 1892. Das Leben der Benediktinermönche wird von Gebet und Arbeit bestimmt. Das Zusammenleben folgt dem Grundsatz: „Ora et Labora“ - Bete und arbeite. Der gemeinsame Gottesdienst bestimmt den Tagesrhythmus. Daneben finden die Mönche Erfüllung in der Arbeit. Mehrere Klosterbetriebe sind neben dem Obstgarten und der Klostergärtnerei der Abtei angeschlossen. Im Gastflügel St. Gilbert befinden sich mehrere Gästezimmer, die vermietet werden. Interessierte Besucher können im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthaltes das Leben in klösterlicher Abgeschiedenheit kennenlernen.

Abteikirche: Meisterwerk romanischer Baukunst
Mehrfach wurde das Kloster Maria Laach im Verlauf der Jahrhunderte aus- und umgebaut. Von den Baumaßnahmen nahezu vollständig ausgenommen blieb die Klosterkirche der Abtei Maria Laach. Das romanische Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert errichtet und ist das Juwel unter den rheinischen Kirchenbauten. Als Vorbild für die Architektur dienten die Kaiserdome in Mainz und Speyer. Sechs Türme ragen majestätisch in die Höhe und dominieren das Antlitz der Kirche. Vor dem Eingangsportal liegt das quadratische Atrium, das als „Laacher Paradies“ bezeichnet wird. Ein Wandelgang mit romanischen Rundbögen umschließt einen Innenhof, in dessen Zentrum der Löwenbrunnen steht. Auffällig sind die kunstvollen Steinmetzarbeiten, die die Eingangshalle verzieren.

Nach dem Betreten der Klosterkirche fällt sofort ein überdimensionales Mosaikbild im Chorraum ins Auge, das einen Pantokrator-Christus zeigt. Unter dem Altarraum liegt die Krypta. Der Sarkophag des Klostergründers Pfalzgraf Heinrich II. von Laach befindet sich im westlichen Seitenschiff der Pfeilerbasilika. Die Abdeckung des Grabmals bildet eine überlebensgroße Figur aus Lindenholz. Die handbemalte Skulptur stammt aus der Zeit um 1270. Die Säulen des Kirchenschiffs zieren teilweise Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Klostergeschichte der Abtei Maria Laach
Die Geschichte des Klosters Maria Laach lässt sich bis in das späte 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Pfalzgraf Heinrich II. gründete die Benediktinerabtei im Jahr 1093 am Südufer des Laacher Sees. Der See und weitere Ländereien gingen nach einer Schenkung durch Graf Gerhard II. von Hochstaden im Jahr 1139 in den Besitz des Klosters über. Ein Jahr zuvor war Maria Laach eine eigenständige Abtei geworden. Im 17. Jahrhundert begannen die Mönche mit dem Umbau der Klostergebäude und des Innenraums der Kirche im Barockstil. Ein einschneidendes Ereignis in der Klostergeschichte war die Säkularisierung im Jahr 1802. Die Mönche mussten die Anlage verlassen und die Landgüter und Immobilien beschlagnahmte der französische Staat. Knapp 100 Jahre sollten vergehen, bis das Kloster im Jahr 1892 von Mönchen des Benediktinerordens wiederbesiedelt wurde.

Klosterbetriebe der Benediktinerabtei
Die Finanzierung des Klosterbetriebes durch traditionelles Handwerk ist eine jahrhundertealte Tradition der Benediktinermönche. Im Kloster Maria Laach werden eine Bildhauerei, eine Keramikmanufaktur und eine Kunstschmiede betrieben. Darüber hinaus werden in einer Schreinerei hochwertige Einzelstücke in Form von Auftragsarbeiten gefertigt. In der Klostergärtnerei widmen sich die Mönche der Anzucht von Jungpflanzen und dem Anbau von Gemüse und Kräutern. Die Produkte können Sie ebenso wie saisonales Obst aus den Anbaugebieten im Naturschutzgebiet Laacher See im Hofladen kaufen. Neben dem Handwerk spielt die Kunst eine wichtige Rolle im Leben der Mönche. Die Abtei unterhält einen eigenen Klosterverlag und betreibt eine Buch- und Kunsthandlung.

Im Klosterforum der Abtei Maria Laach ist neben einem kleinen Museum ein Raum untergebracht, in dem Ausstellungen zu wechselnden Themengebieten gezeigt werden. Zur richtigen Einstimmung auf einen Klosterbesuch dient eine sogenannte „Mediale Klosterführung“. Dabei handelt es sich um einen 20-minütigen Film, der im Klosterforum gezeigt wird und den Besuchern einen Eindruck von der Anlage vermittelt.

Naturkundemuseum „St. Winfried“ Maria Laach

Bis zur Schließung im Jahr 2012 gehörte auch das Naturkundemuseum „St. Winfried“ zum Klosterkomplex Maria Laach. Gezeigt wurden über 400 Präparate von Säugetieren, Insekten und Vögeln sowie eine Stein- und Mineraliensammlung auf einer Fläche von mehr als 1.000 m². Verpachtet wurden die Räumlichkeiten von der Abtei an die Pächter Dr. Andreas Braun und Armyna Rätz. Erklärtes Ziel der Betreiber war es, die Ausstellungsstücke mit bestimmten Geschichten zu verbinden und auf diese Weise ein Museumserlebnis der besonderen Art zu schaffen. Allerdings machten sinkende Besucherzahlen und hohe Betriebskosten den Pächtern einen Strich durch die Rechnung. Allein die Stromkosten in Höhe von 1.300 Euro monatlich wurden durch die Besucherzahlen ab dem Jahr 2003 nicht mehr gedeckt. Nach der Schließung wurden die Exponate an andere Naturkundemuseen in Deutschland abgegeben. Andreas Braun und Armyna Rätz betreiben heute das Geologikum & Mikroskopikum in Mendig.

Kloster Maria Laach: „Explosiver“ Standort am Seeufer
Das Kloster Maria Laach liegt malerisch am Ufer des Laacher Sees. Der größte See der Eifel entstand vor rund 13.000 Jahren durch vulkanische Aktivität. Bei dem Binnengewässer handelt es sich um die Caldera eines gewaltigen Vulkans, die sich im Verlauf der Jahrtausende langsam mit Wasser füllte. Noch immer brodelt in einer Tiefe von mehreren Kilometern glühend heißes Magma unter der Erdoberfläche. Kohlendioxidbläschen, die an einigen Stellen an die Wasseroberfläche steigen, zeugen von der vulkanischen Aktivität im Erdinneren. Wenn Sie das Kloster Maria Laach in Ihrem Urlaub in einem Ferienhaus an der Mosel besuchen, dürfen Sie sich nicht eine Ruderpartie auf dem Laacher See entgehen lassen. Die Abtei betreibt einen eigenen Ruderboot- und Tretbootverleih, der nur wenige Schritte vom Besucherparkplatz entfernt liegt.

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