Brückentor Traben-Trarbach

Brückentor Traben-Trarbach

Das Brückentor von Traben-Trarbach ist das Wahrzeichen des Moselstädtchens und ein Schmuckstück der Jugendstilarchitektur. Errichtet wurde das Brückentor im Jahr 1899 nach der Fertigstellung der Moselbrücke.

ID 97675782 © 8vfand | Dreamstime.comUnübersehbar erhebt sich am südlichen Moselufer am Ende der Moselbrücke das Wahrzeichen der Stadt Traben Trarbach: Das Brückentor. Im Jahr 1899 wurde das Bauwerk im Stil eines mittelalterlichen Stadttores fertiggestellt. Das Brückentor vereint mehrere Baustile, dominierend ist jedoch die Jugendstilarchitektur. Sie scheint auf den ersten Blick nicht so recht zu den im Stile des Historismus gestalteten Gebäudeteilen zu passen, doch macht gerade diese Mischung den Reiz des Bauwerkes aus.

Im Gegensatz zur stählernen Moselbrücke, die im Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde, überstand das Wahrzeichen von Traben-Trarbach die Kriegshandlungen unbeschadet. Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Jugendstil parallel zum Historismus, bevor letztgenanter Architekturstil schon bald komplett abgelöst wurde.

Aufbau des Brückentores

Das Brückentor von Traben-Trarbach setzt sich aus drei Bauteilen zusammen. Der Hauptturm mit seinem kegelförmigen Turmhelm ist das höchste Bauteil. Das gesamte Obergeschoss ist mit dunklen Schiefertafeln verkleidet. Die Fassade an der Moselseite zeigt einen angedeuteten Kamin, der im oberen Bereich in einem dem Mittelalter nachempfundenen Wehrturm endet. Der Giebel ist üppig mit Steindekoren dekoriert. Darunter befinden sich für die Jugendstilarchitektur typischen Pflanzenranken sowie zwei allegorische Frauenköpfe. Auf einer achteckigen Säule an der Steinpforte thront „Wotan“ der Rabe, der als Fabelwesen Klugheit und Weisheit symbolisiert. Zu dieser Symbolik wollen die darunter befindlichen Steinreliefs so gar nicht passen. Sie zeigen die Köpfe der Ratsherren, die einen verkniffenen, leicht dümmlichen Ausdruck haben.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke steht der kleinere Nebenturm. Auch sein Obergeschoss ist mit Schiefer verkleidet. Darüber bildet ein kegelförmiger Turmhelm den Abschluss. Die Straße wird von einem stilisierten Wehrgang überspannt, der beide Brückentürme miteinander verbindet. Auf dem Torbogen befinden sich zwei Obergeschosse, in denen heute die Brückenschenke untergebracht ist. Das obere Stockwerk entstand erst später, als die zinnengekrönte Dachterrasse überbaut wurde. An der Südseite des Torbogens zieht das Relief eines tanzenden Winzerpaares in Lebensgröße die Blicke auf sich.

Jugendstil-Architekt Bruno Möhring: Schöpfer des Bauwerks

Für den Bau des Brückentores verantwortlich war der Berliner Jugendstil-Architekt Bruno Möhring. Es war seine erste Auftragsarbeit im Winzerstädtchen Traben-Trarbach und weitere sollten folgen. Möhring wurde im Jahr 1863 in Königsberg geboren. An der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg studierte er Architektur. Bereits mit seinem ersten Werk, der Rheinbrücke in Bonn, wurde er zu einem Star der Jugendstilarchitektur. Nach seinen Plänen wurde die vierbogige Moselbrücke in Traben-Trarbach, das Brückentor, die Villa Nollen und das Hotel Clauss-Feist in der Moselstadt erbaut. Anlässlich der Weltausstellung in Paris wurde Möhring mit der Gestaltung der Weinausstellung und des Restaurants im Deutschen Haus beauftragt.

Die Moselbrücke in Traben-Trarbach wurde wie das Brückentor im Jahr 1899 fertiggestellt. Die Stadt war damals der bedeutendste Weinhandelsplatz Europas nach Bordeaux. Der Bau der Brücke war erforderlich geworden, um die Weinfässer vom Ortsteil Trarbach auf die Trabener Seite zu bringen. Die Nagelprobe hatte die Brücke bereits bei der Einweihung zu bestehen, als sie das Gewicht von 175 Fässern Mosel-Riesling zu tragen hatte.

Anreise nach Traben-Trarbach

Die Doppelstadt Traben-Trarbach ist ein populäres Ausflugsziel an der Mittelmosel. Zu erreichen ist das Winzerstädtchen aus Richtung Trier über die A1. An der Ausfahrt Wittlich-Mitte verlassen Sie die Autobahn und fahren über die B49, die L55 und die K62 bis Traben-Trarbach. Aus Richtung Koblenz folgen sie der Hunsrückhöhenstraße B327 bis Traben-Trarbach ausgeschildert ist. Als Alternative bietet sich die Anreise über die A61 , die B50 und die L190 an.

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