Burg Thurant

Burg Thurant

ID 18097255 © Ghm Meuffels | Dreamstime.comAuf einem Bergsporn über der Ortschaft Alken thront mit der Burg Thurant eine der ältesten Ritterburgen des Moseltales. Sie wurde auf den Grundmauern einer römischen Befestigungsanlage erbaut.

Mittelalterromantik am Weinberg

Burg Thurant ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Moselortes Alken. Die Doppelburg erhebt sich auf einem Felssporn über der Mosel und bietet einen fantastischen Blick auf das Flusstal. Archäologische Grabungen auf dem Gelände förderten Münzen und Keramik aus der Römerzeit zutage. Die Funde belegen eine Besiedlung des Bergsporns in der Antike. Die Burg Thurant wurde auf den Grundmauern eines römischen Vorgängerbaus errichtet. Zur Mosel fällt die Talschulter steil ab. An der Sonnenseite ziehen sich an einem sanfter abfallenden Hang Reihen mit Weinreben entlang. An dem sonnenverwöhnten Südhang gedeihen Trauben, aus denen der für die Moselregion typische Riesling gekeltert wird. Burg Thurant wurde im Jahr 1209 erstmalig urkundlich erwähnt.

Geschichte der Burg Thurant

Pfalzgraf Heinrich I., ein Bruder des Welfenkaisers Otto IV. ließ die Burg Thurant am Ende des 12. Jahrhunderts erbauen. Der Graf nahm am Dritten Kreuzzug unter Barbarossa teil und gehörte zu den Belagerern der Burg Toron im heutigen Libanon. Der Name der Befestigungsanlage stand Pate bei der Namensgebung für die Burg Thurant. Ein markantes Merkmal des mittelalterlichen Gemäuers sind die zwei Türme. Wie bei viele Burgen an der Mosel und in der angrenzenden Eifel hatte die Burg Thurant ab dem 13. Jahrhundert zwei Eigentümer: Das Erzbistum Köln und das Erzbistum Trier. Jedes Bistum ließ seinen Teil der Burg von einem Burggrafen verwalten und jede Hälfte besaß einen eigenen Bergfried. Der Trierer und der Kölner Teil der Anlage waren durch eine Mauer voneinander getrennt. Jede Hälfte verfügte über einen separaten Eingang und eigene Wirtschafts- und Wohngebäude.

Ab dem 16. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends und wurde zur Ruine. Im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstörten französische Truppen im Jahr 1689 weite Teile des noch erhaltenen Bauwerks. Lediglich die Bergfriede und ein Wohnhaus überdauerten die Zeit. Im frühen 20. Jahrhundert kaufte ein Geheimrat die steinernen Überreste und ließ bis zum Jahr 1916 einige Teile der Burg wieder aufbauen.

Trierer und Kölner Burg

Über eine Holzbrücke und einen Torbau gelangen Sie in den ehemaligen Trierer Teil der Burganlage. Der Innenhof wurde zu einem Steingarten umgestaltet, der von dem ca. 20 m hohen Bergfried flankiert wird. Das Herrenhaus an der Westseite wurde in den 1960er Jahren nach alten Plänen neu errichtet. Ein Wehrgang führt an der Mauer zur Moselseite bis zum Kölner Teil der Burg Thurant. Durch ein kleines Steintor gelangen Sie in den sogenannten Ehrenhof mit der 20 m tiefen Zisterne.

Die Trierer und die Kölner Burg waren früher durch eine meterdicke Mauer voneinander getrennt. An den Mauerresten erhebt sich die Ruine des Kölner Palas mit seinen spätromanischen Fensteröffnungen. Am Nordende der Kölner Burg erhebt sich das im Zuge der Restaurierungsarbeiten wieder aufgebaute Jagdhaus. Im Inneren des Gebäudes befindet sich ein Raum mit dunkler Holzvertäfelung, in dem eine Ausstellung mit Ritterrüstungen und Jagdtrophäen untergebracht ist. Über einen Wehrgang ist das Jagdhaus mit dem Kölner Bergfried verbunden. Im Erdgeschoss können Sie eine Sammlung mittelalterlicher Folterwerkzeuge bewundern. Der Kölner Turm ist heute ein Aussichtsturm, der eine fantastische Rundumsicht auf das Moseltal freigibt.

Anreise und Öffnungszeiten Burg Thurant

Burg Thurant liegt an der rechten Moselseite zwischen den Ortschaften Oberfell und Brodenbach. Von Koblenz kommend fahren Sie auf der Bundesstraße B49 bis Alken und folgen der Beschilderung zur Burg. Die Besichtigung der Burg Thurant erfolgt auf eigene Faust nach der Entrichtung eines Eintrittsgeldes. Das mittelalterliche Gemäuer ist vom 1. März bis zum 15. November geöffnet. Vom 16. November bis 28. Februar bleibt die Burg für den Besucherverkehr geschlossen.

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