Historischer Marktplatz in Bernkastel-Kues

Historischer Marktplatz in Bernkastel-Kues

ID 38805765 © Carlos Soler Martinez | Dreamstime.com400 Jahre alte Fachwerkhäuser, das prächtige Renaissance-Rathaus, der schmuckvolle St.-Michaels-Brunnen und das pittoreske Spitzhäuschen: Der historische Marktplatz in Bernkastel-Kues ist ein architektonisches Highlight an der Mittelmosel.

Der historische Marktplatz in Bernkastel-Kues ist ein lebendiges Beispiel für den Wohlstand des aufstrebenden Bürgertums im 17. Jahrhundert. An dem von malerischen Fachwerkhäusern eingerahmten Marktplatz spiegeln sich 400 Jahre Geschichte wider. Farbenfrohe Balkenzeichnungen im Fachwerk und kunstvoll geschmiedete Wetterfahnen auf den Dachgiebeln erzeugen eine romantische Stimmung. Der Marktplatz ist seit der Stadtgründung im Jahr 1291 der pulsierende Mittelpunkt des Mosel-Städtchens. Die meisten Giebelfachwerkhäuser stammen aus dem 17. Jahrhundert. In den Untergeschossen der mehrstöckigen Fachwerkbauten sind heute Geschäfte und Weinstuben untergebracht. Am historischen Marktplatz erhebt sich mit dem sogenannten Heinz'schen Haus eines der ältesten Gebäude von Bernkastel Kues. Laut Bauinschrift wurde der reich verzierte Fachwerkbau im Jahr 1583 errichtet. Heute befindet sich im ehemaligen Hallenerdgeschoss eine Weinstube.

Rathaus aus der Spätrenaissance

Ein Prunkstück aus der Spätrenaissance ist das historische Rathaus am Marktplatz. Das Gebäude wurde im Jahr 1608 auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet. Die aufwendig verzierte Fassade gestaltete der Trierer Bildhauer R. H. Hoffmann. Der Künstler erfreute sich der Gunst des damaligen Erzbischofs Lothar von Metternich. Sein Wappen ziert neben dem Stadtwappen und dem Wappen des Bistums Trier den Erker des Rathauses. Dieser ruht auf einer Säule aus Basalt. Darüber thront die Steinfigur des Welterlösers Salvator mundi, der eine Weltkugel auf den Schultern trägt. Ein sichtbares Relikt aus dem Spätmittelalter ist der Pranger am linken Pfeiler der Fassade. An dieser Stelle wurden einst gesetzesuntreue Bürger mit Ketten gefesselt und öffentlich zur Schau gestellt.

Mittelalterromantik am Marktplatz: Das Spitzhäuschen von 1416

Das Spitzhäuschen aus dem Jahr 1416 zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken in Bernkastel-Kues. Der Fachwerkbau steht als exemplarisches Beispiel für ein moselländisches Winzerhaus, wie sie im Spätmittelalter weit verbreitet waren. Auf dem schmalen Untergeschoss balancieren zwei überhängende Stockwerke. Das obere Stockwerk endet in einem spitzen Fachwerkgiebel. Typisch für ein Winzerhaus aus dem 15. Jahrhundert ist der mit Schiefersteinen ausgebaute Gewölbekeller, in dem einst die Weinfässer gelagert wurden. In diesem einzigartigen Fachwerkhaus können Sie sich einen spritzigen Riesling schmecken lassen, denn die Winzerfamilie Schmitz-Herges hat im Erdgeschoss eine Weinstube eingerichtet.

Der pittoreske St.-Michaels-Brunnen

Zwei Jahre älter als das Renaissance-Rathaus in Bernkastel-Kues ist der St.-Michaels-Brunnen auf dem historischen Marktplatz. Erbaut wurde das Wahrzeichen des Mosel-Städtchens im Jahr 1606. Die Einfassung besteht aus Basaltgestein und das Wasserbecken ist von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben. Im Zentrum des Beckens erhebt sich eine Sandsteinsäule, die von einer Steinkugel gekrönt wird. Auf der Kugel steht die Statue des heiligen Michael. Der Schutzpatron von Bernkastel-Kues hält in der rechten Hand ein Schwert und in der linken eine Waage. Zu seinen Füßen liegt der bezwungene Drache als Sinnbild für den geschlagenen Teufel. Die Originalfigur des St.-Michael-Brunnens wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Die heutige Skulptur schuf der ortsansässige Bildhauer Paul Simon.

Anfahrt nach Bernkastel-Kues

Bernkastel Kues ist eine Fachwerkstadt an der Mittelmosel. Koblenz liegt rund 107 Kilometer entfernt, während es bis nach Trier nur knapp 50 Kilometer sind. Die Anfahrt erfolgt entweder über die Hunsrückhöhenstraße B327 und die B50 oder von Trier kommend über die B53. Über der Stadt thront die Burgruine Landshut mit ihrem weithin sichtbaren Bergfried.

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